Montag, 13. November 2017

 

Eine Demütigung...

 

"Ohne ein solches Verbot gilt hierzulande weiterhin, dass man niemanden schlagen darf - es sei denn, das eigene Kind", schreibt  Nadja Pastega gestern in der Sonntags-Zeitung (12.11.17, Artikel und Kommentar) anlässlich des Petitionsstartes. Es ist so, Sie werden staunen: Wenn Sie Ihrem Nachbarn eins an die Ohren geben, kann er Sie anzeigen. Wenn Erwachsene ein Kind schlagen, ist das nicht verboten. -

Das will die Petition ändern. Eltern dürfen selbstverständlich nicht kriminalisiert werden. Deshalb  strebt die Petition eine Ergänzung im Zivilgesetzbuch (ZGB) an, und nicht im Strafrecht! Und: Die Petition fordert auch, dass Eltern unterstützt werden, wenn sie Hilfe brauchen mit ihren Kindern.

Denn: Zahlreiche Studien belegen es, Schläge - egal welcher Art und wie häufig - stellen für Kinder eine Demütigung dar und können ihre Entwicklung beeinträchtigen.

 

In einem guten Beitrag - von Celia Nogler im Winterthurer Regionalfernsehen TeleTop - hält Nationalrat Thomas Hurter (SH) nun nichts von dieser Petition: "Wir haben eine Gesetzgebung, die mehrheitlich funktioniert, die Eltern sind in der Verantwortung, und es kann nicht sein, dass der Staat vorschreibt, wie man zu Hause genau was machen darf. Plötzlich schreibt der Staat vor, wann die Kinder aufstehen müssen, das führt definitiv zu weit". Und weiter: Es müsse jede Familie selber entscheiden, denn grundsätzlich schadete eine Ohrfeige noch nie. Aber es sei klar, es schade, wenn man Kinder schlage. Und: Es gäbe heute schon genügend Regelungen. "Diese Forderung geht definitiv zu weit", sagt der Schaffhauser Nationalrat .

 

Von wegen, wir hätten eine Gesetzgebung, die funktioniert: Viele, die seit der Lancierung der Petition gestern unterschrieben haben, hinterliessen berührende Kommentare. Über Nacht quasi tröpfeln andauernd Unterschriften ein und Zeugnisse dafür, dass die Petition genau das Richtige will: Wir brauchen einen Artikel im ZGB, der besagt, dass die Schweiz keine Gewalt an Kindern will. "Es ist eine Tragödie, dass die Meinung „ein Klapps aufs Füdli hat noch nie geschadet“ so weit verbreitet ist", schreibt ein Unterstützer. Und eine andere schreibt: "Ich bin selber in einer gewalttätigen Umgebung aufgewachsen. Es fing bereits im frühen Kindesalter mit saftigen Ohrfeigen an, dann steigerte sich mein Vater immer mehr ins Zusammenschlagen. Zum Glück half mir mein Ehemann später, diese brutale Erziehung, die ich als Kind erleben musste, unseren Kindern nicht weiterzugeben. Er kam aus einer intakten Familie, in der Schläge Tabu waren. Ich bin ihm dafür sehr dankbar", führt die Schreiberin aus.

Was bleibt hier noch zu sagen, im Moment nur das: Es gibt sie, die Gewalt an Kindern, und offenbar reicht unsere Gesetzgebung nicht. Tut sie nicht, wie diese Berichte oben und auch zahlreiche Studien klar zeigen. Und die Petition will das mit Ihnen ändern, denn Gewalt an Kindern darf nicht toleriert werden!

 

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